Eignet sich der Surgeres-Platz als Mobilitätsdrehscheibe?

Eine Mobilitätsdrehscheibe sollte alle Verkehrsträger des Individualverkehrs (PKW, Fahrrad, motorisierte Zweiräder) und den öffentlichen Personen-Nah und -Fernverkehr (Bus, Bahn) optimal vernetzen und auch für Fußgänger gut erreichbar sein. Leider ist Wipperfürth nicht mehr an das Bahnnetz angebunden, ein möglichst optimaler Zubringer zum Bahnnetz sollte daher unbedingt berücksichtigt werden.

Seit vielen Jahren habe ich die BahnCard100, für die ich aktuell 365€ im Monat zahle. Damit kann ich alle Züge der Deutschen Bahn, aber auch viele Busse nutzen. Da ich geschäftlich öfter in der Schweiz bin, nutze ich dort den SwissPass mit Halbtax, vergleichbar mit der BahnCard50. Privat kommt für Holland die „persoonlijke OV-chipkaart“ hinzu, einfacher als mit dieser Karte kann die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kaum sein.

Entscheidend für den Wechsel vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel ist in sehr vielen Fällen der Weg zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Ziel. Mobilitätsdrehscheiben mit vielen Möglichkeiten führten bei mir dazu, dass ich überwiegend mit Bus und Bahn unterwegs bin, in normalen Zeiten zwischen 2.000 und 4.000km im Monat. Ein aktiver Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele.

Unabdingbar für eine Mobilitätsdrehscheibe sind Bike+Ride-Angebote mit einer Sammelschließanlage für Fahrräder sowie Schließfächer und Lademöglichkeiten für Pedelecs.

Nicht jeder kann oder will mit dem Fahrrad zu einer solchen Drehscheibe kommen. Ausreichend Park+Ride-Angebote, inklusive mehrerer Behindertenstellplätze und gesonderten Stellplätzen mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos sind daher ein Muss, ebenso wie ein Kiss+Ride-Parkstreifen. Es muss aber auch an die Menschen gedacht werden, die mit Bussen ankommen. Car- und Bikesharing-Angebote sollten nach Möglichkeit ebenfalls vorhanden sein, damit die Weiterreise einfach ist.

Eine Mobilitätsdrehscheibe muss zukunftsfähig sein. Sowohl für die Bike+Ride-Anlage als auch für die Park+Ride-Anlage müssen Ausbaureserven vorgehalten werden. Natürlich müssen auch hier ein Zuwachs der Elektromobilität im Auto- und Radverkehr, ebenso wie die Herstellung konsequenter Barrierefreiheit und eine hohe Aufenthalts- und Nutzungsqualität (Kiosk, WLAN) berücksichtigt werden.

Das Wegekonzept muss auf kurze Wege zielen, die wenigsten Pendler würden täglich von den Ohler Wiesen zu einem Schnellbus, der auf dem Surgeres-Platz startet, gehen. Dadurch können sich auch neue Bushaltepunkte im Zentrum und eine Buslinienverlegung ergeben.

Komplettiert werden muss eine Mobilitätsdrehscheibe mit Echtzeitinformationen und Wegeleitsystemen zur optimalen Vernetzung der Verkehrsträger.

Erfüllt der Surgeres-Platz diese Ansprüche? Meines Erachtens nicht, er scheitert schon an den nicht möglichen Park+Ride-Angeboten. Vor einem Beschluss über den Umbau sollte eine aktualisierte Bestandsaufnahme erfolgen, dafür braucht es keine Unternehmensberatung.

Wo sind u.a. die Anbieter gefordert? Für jedes Land eine BahnCard zu haben ist noch ok, umständlich wird es bei den Anbietern von Car- und Bikesharing. Um meine Ziele in Deutschland zu erreichen, nutze ich aktuell 5 verschiedene Carsharing-Anbieter. Die Validierung des Führerschein funktioniert leider noch nicht bei allen online. In Holland kann ich über die BahnApp ein Fahrrad buchen, in Deutschland ist dafür eine weitere App erforderlich.

Anforderungen an eine Mobilitätsdrehscheibe kenne ich aus eigener Erfahrung

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Surgeres-Platz – Mobilitätsdrehscheibe?